Kritiken

Die "Tafelrunde" im Gate (Bremen)

Ich muß schon sagen, der Flyer, den wir auf dem "In Extremo"-Konzert in Bremen in die Hand gedrückt bekamen, hörte sich schon vielversprechend an:

"Die Tafelrunde, eine mittelalterliche Nacht", hieß es, und vor allem: "Wer in Gewandung erscheint, erhält ein Frei-Met".

Also, unsere Freunde zusammengetrommelt, in die Gewandung geschmissen und auf ins "Gate".

Gut, DM 8,- Eintritt (ob mit oder ohne Gewandung) läßt man sich ja noch gefallen, in Erwartung eines tollen Abends, daß man dann aber als eindeutig "Gewandeter" seinem Frei-Met auch noch hinterherbetteln muß, weil man nicht gleich am Eingang seine "Greencard" (eine grüne Eintrittskarte) erhielt, fanden wir schon wenig sympatisch. Na gut, zurück zum Eingang und nach energischer Einforderung unsererseits, hielten wir zum Glück diese wunderbare Karte in den Händen.

Doch, endlich wieder an der Theke angekommen, werden wir etwas mißtrauisch gemustert, etwa weil wir unseren versprochenen Frei-Met gerne in unsere Trinkhörner gefüllt haben möchten? Tja, was tut da ein schlauer Wirt? Natürlich, er füllt nicht etwa die Hörner direkt aus dem bereitstehenden Plastikkanister mit dem köstlichen Getränk, nein, es wird einfach in jedes Horn ein Glas (0,1) fertiggezapfter Met gekippt und gut is! (Carstens Kommentar: Ein bißchen geizig seid Ihr hier ja schon...). Mal eben zum abgewöhnen ein kleiner Auszug aus der Preisliste : Met 0,1 DM 4,-/ Becks-Flasche 0,33 DM 5,-/ Weizen 0,5 DM 6,50.

Auch das hätte man ja noch weggesteckt, aber wenn dann als angepriesene "tolle Deko" mal gerade zwei künstliche Spinnennetze und mit schwarzem Stoff verhangene Wände reichen (wäre für 'ne normale Grufti-Disco ja auch voll o.K., aber mittelalterlich?!) , dann fängt man an, sich etwas verarscht zu fühlen.

Das Publikum war wie erwartet sehr gemischt, vom Grufti über Heavys, normale Leute, eine handvoll Gewandeter und LARPs, war so ziemlich alles vertreten, genauso kann man sich dann auch die Musik vorstellen: Heavy Metal, Folk, Country(!!!)..., aber wenn dann zur "mittelalterlichsten Musik" des Abends schon In Extremo (natürlich die neue Rock-CD), Corvus Corax, Blackmore's Night und Qantal zählen, dann war's das ja wohl.

Alles in Allem blieb am Ende des Abends das gar nicht so mittelalterliche Gefühl, da wollten die Veranstalter mit uns doch nur das "schnelle Silberstück" machen.

Rebecka Böhm

 


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